Medienkonferenzen werden selten öffentlich ausgeschrieben. Eingeladen wird, wer im Verteiler steht. Der Weg dorthin ist bei fast allen Stellen gleich: eine kurze Anfrage mit Name, Medium, Themen und Kontakt – und ein Nachweis, dass Sie journalistisch arbeiten.
Bund
Die Medienmitteilungen der Bundesverwaltung sind öffentlich und können von allen abonniert werden (news.admin.ch). Medienkonferenzen des Bundesrats und der Departemente im Medienzentrum Bundeshaus stehen akkreditierten Medienschaffenden offen; wer nicht akkreditiert ist, verfolgt sie im Livestream und stellt Fragen schriftlich an die Kommunikationsabteilungen. Dokumente können Sie zusätzlich nach dem Öffentlichkeitsgesetz verlangen (Öffentlichkeitsgesetz (BGÖ)).
Kantone, Städte, Gemeinden
Staatskanzleien und Kommunikationsstellen der Städte führen Verteiler, in die auch freie Medienschaffende aufgenommen werden. Medienkonferenzen zu Budget, Abstimmungen oder Grossprojekten sind in der Regel offen; eine Anmeldung genügt. Bei Gemeinden ersetzt oft der Gemeindeschreiber die Medienstelle.
Polizei, Unternehmen, Verbände
Polizeimedienstellen publizieren Mitteilungen öffentlich und beantworten Anfragen von Medienschaffenden; bei Grossereignissen laden sie zu Medienkonferenzen. Unternehmen trennen Medien- und Investorenkommunikation – für Bilanzmedienkonferenzen melden Sie sich bei der Medienstelle, nicht bei Investor Relations. Verbände und NGOs nehmen Medienschaffende meist unkompliziert auf.
Sperrfristen und Fairness
Unterlagen werden oft mit Sperrfrist (Embargo) verteilt. Wer sie bricht, fliegt aus dem Verteiler. Der Journalistenkodex verlangt, Sperrfristen zu respektieren, solange sie sachlich begründet sind (Schweizer Presserat, Journalistenkodex). Stellen Sie an Medienkonferenzen kurze, konkrete Fragen und nennen Sie Ihr Medium – das ist üblich und hilft den Protokollierenden.