Die Frage erreicht uns am häufigsten von Fotografinnen und Fotografen: «Ich fotografiere seit Jahren, verkaufe gelegentlich Bilder – bekomme ich einen Presseausweis?» Entscheidend ist nicht die Ausrüstung und nicht, ob Sie davon leben, sondern ob Ihre Bilder regelmässig journalistisch veröffentlicht werden.
Hobbyfotografie allein genügt nicht
Wer für sich, für Freunde oder für das eigene Portfolio fotografiert, arbeitet nicht journalistisch – auch nicht mit Profikamera. Ein Presseausweis ist kein Fotografen-Ausweis. Wer ihn nur will, um näher an die Bühne oder hinter Absperrungen zu kommen, wird enttäuscht: Kein Presseausweis begründet Zutritt.
Was zählt: Veröffentlichung mit redaktionellem Zweck
- Bilder für Lokal- und Regionalzeitungen, Online-Portale, Fach- und Vereinsmedien mit redaktionellem Teil
- Reportagen und Bildstrecken auf einem eigenen Kanal, der regelmässig über Ereignisse, Menschen oder Themen berichtet
- Sportfotografie für Vereins- und Ligaportale, Lokalmedien oder Agenturen
- Bilder, die Agenturen oder Redaktionen abnehmen – auch nebenberuflich
Werbe-, Hochzeits- und Produktfotografie zählen nicht, ebenso wenig Auftragsarbeiten für Unternehmen zur Eigenwerbung. Wer beides macht, beantragt den Ausweis für den journalistischen Teil und nutzt ihn nur dort.
Welcher Ausweis für welches Profil
Hauptberufliche Fotojournalistinnen mit Verbandsmitgliedschaft erhalten den BR-Presseausweis über impressum, syndicom oder SSM; die Schweizer Fotojournalisten (Schweizer Fotojournalisten) und sportpress.ch (sportpress.ch) geben Mitgliederausweise ab. Wer nebenberuflich, als Einsteigerin oder ohne Verband regelmässig publiziert, kann den SVFJ-Presseausweis beantragen: ab 18 Jahren, ohne Mitgliedschaft, mit Prüfung jedes Antrags. Mehr zum Berufsweg im Ratgeber Pressefotograf werden.