Die Schweizer Medienbranche verwendet drei Begriffe für den Einstieg, die nicht dasselbe meinen.
Stage
Das Stage ist die eigentliche Berufsausbildung in der Redaktion: in der Regel ein bis zwei Jahre, mit Arbeitsvertrag, Lohn, Ausbildungsplan und einer Betreuungsperson. Stagiaires durchlaufen Ressorts, produzieren eigene Beiträge und besuchen oft Kurse am MAZ oder – in der Romandie – am CFJM, wo die Ausbildung an das Stage gekoppelt ist (CFJM Lausanne). In der Romandie regelt der Gesamtarbeitsvertrag das Stage; in der Deutschschweiz orientieren sich viele Verlage an den Empfehlungen von impressum zu Mindestlöhnen für Stagiaires (impressum, Mindestlöhne und Mindestentgelte).
Volontariat
Der Begriff aus Deutschland wird in der Schweiz vor allem von der Ringier Journalistenschule verwendet: ein zweijähriges, bezahltes Ausbildungsvolontariat mit Schulblöcken (Ringier Journalistenschule). Inhaltlich entspricht es einem strukturierten Stage.
Praktikum
Kurze Einsätze von einigen Wochen bis sechs Monaten, oft während oder nach dem Studium. Sie dienen dem gegenseitigen Kennenlernen und führen nicht selten zu einem Stage oder zu freier Mitarbeit. Auch im Praktikum gilt: Arbeit wird bezahlt – unbezahlte Praktika über Monate sind in Redaktionen unüblich und arbeitsrechtlich heikel (Art. 319 ff. OR).
Warum das Stage so wichtig ist
Weil es der Ort ist, an dem Handwerk entsteht: Recherche unter Zeitdruck, Umgang mit Quellen, Textkritik, Produktion für mehrere Kanäle. Journalistenschulen bauen darauf auf – das MAZ setzt für seine Ausbildung eine Redaktionsanstellung voraus (MAZ, Ausbildung Journalismus HF). Welche Schulen es gibt, zeigt der Ratgeber Journalistenschulen in der Schweiz.